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Depression kann jeden treffen, hat viele Gesichter und ist behandelbar

Münster (hnn). Der tragische Freitod von Robert Enke hatte die Erkrankung der Depressiven Störungen, umgangssprachlich oft als Depressionen bezeichnet, Ende des vergangenen Jahres für einen kurzen Zeitraum in die mediale Öffentlichkeit gebracht. Der Torhüter hatte seine Krankheit lange Jahre über verschwiegen, was für viele Betroffene ebenfalls gilt. Wenn jedoch niemand von der Erkrankung weiß, kann dem Betroffenen auch nicht geholfen werden, obwohl dies in vielen Fällen wirksam möglich wäre.

Genau hier will das "Bündnis gegen Depression Münster" ansetzen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, aufzuklären, Schweigen zu brechen und Hilfe zu vermitteln. Das Bündnis aus Einrichtungen, Beratungsstellen und engagierten Persönlichkeiten will die Volkskrankheit in Münster zum öffentlichen Thema machen und Patienten und ihren Angehörigen Wege aufzeigen. "Münster mit seiner guten Versorgungsstruktur für Menschen mit psychischen Störungen bietet noch viel Potenzial zur Verbesserung der Früherkennung und der Behandlung von Depressionen", ist sich Stadtrat Thomas Paal sicher, der als städtischer Gesundheitsdezernent auch Vorsitzender der Gesundheitskonferenz ist. Auf Initiative der Gesundheitskonferenz hat der Hauptausschuss des Rates den Beitritt Münsters zum bundesweiten "Bündnis gegen Depression" beschlossen. Diesem gehören bereits mehr als 50 Regionen und Städte an. Mit der Mitgliedschaft verpflichten sich die Akteure, vor Ort ein lokales Bündnis zu bilden. Dessen Sprecher Prof. Dr. Thomas Reker von der LWL-Klinik Münster und Prof. Dr. Peter Zwanzger von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums erläutern die Kernbotschaften des Projekts: "Depression kann jeden treffen. Sie hat viele Gesichter. Sie ist behandelbar." und sind sich weiterhin darin einig, dass es "bei keiner anderen Volkskrankheit noch so viel ungenutztes Potenzial zur Früherkennung, Diagnose und Behandlung" gebe. Den Auftakt der Aktion bildet ein Informationsabend am Mittwoch, den 10. Februar, um 18.00 Uhr im Festsaal des Rathauses. Prof. Dr. med. Volker Arolt, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum, konnte für einen Fachvortrag gewonnen werden.